Dispozins-Abzocke: Kommt nun ein Gesetz gegen zu hohe Dispozinsen?

Banken verlangen häufig sehr hohe Dispozinsen und verdienen gut daran. Manche Verbraucherschützer sprechen in diesem Zusammenhang von einer “Abzocke” und wünschen sich ein Gesetz, das zu hohe Dispozinsen verbietet. So weit wird es nun wohl nicht kommen. Doch immerhin: Es ist im Gespräch, dass Bundesjustizminister Heiko Maas von der SPD die Banken zu mehr Transparenz zwingen möchte.

Ein entsprechender Gesetzentwurf soll möglichst bald dem Kabinett vorgetragen werden. Er sieht vor, dass die Banken den Kunden deutlich machen müssen, wie hoch die Dispozinsen ausfallen. Hierzu muss die Bank den aktuellen Zinssatz auf ihrer Homepage veröffentlichen. Kunden, Verbraucherschützer oder Service-Berater haben dann die Chance, einen Vergleich zwischen den Zinssätzen für die Überziehung des Kontos zwischen einzelnen Banken anzustellen.

Darüber hinaus sollen die Banken ein Beratungsgespräch anbieten müssen, um den Kunden zu verdeutlichen, dass ein Alternativkredit – zum Beispiel ein Ratenkredit – für den Kunden günstiger ausfällt als ein Dispokredit. Den Banken dürfte dieses Gesetz wenig gefallen; sie haben ihre Lobbyarbeiter in Berlin dafür sicher schon in Position gebracht. Verbraucherschützer indes hoffen darauf, dass der Justizminister mit seiner Ankündigung Ernst macht.

Der ursprüngliche Gedanke, dass Dispozinsen per Gesetz gedeckelt werden, ist allerdings vom Tisch. Diesbezüglich konnte sich Maas beim Koalitionspartner CDU nicht durchsetzen. Auch eine Abschaffung des Dispokredites wie von manchen gefordert, scheint wenig zielführend zu sein. Der Vorteil des Dispos besteht darin, einfach, schnell und flexibel zu sein. Beispiele aus Ländern, in denen es keinen Dispokredit gibt, zeigen, dass es dort mit mehr Bürokratie verbunden ist, einen Kredit zu erhalten.

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