Dispozinsen: Auf dem Land, da droht der Wucher

Der Dispositionskredit – kurz Dispo genannt – hat schon seine Vorteile: Wer das Guthaben auf seinem Girokonto aufbraucht, kann noch immer über eine bestimmte Summe Bargeld verfügen und das Konto dementsprechend überziehen. Dafür fallen dann Dispo-Zinsen an. Kontoinhaber können ihr Konto in einem bestimmten Rahmen überziehen. In der Regel wird das Monatsgehalt als Maßstab genommen und der Dispo-Rahmen beträgt dann bis zu drei Monatsgehälter. Wer sein Konto dann noch weiter überzieht, der bezahlt dann Überziehungszinsen. Die sind dann noch höher als die Dispozinsen.

Und die Dispozinsen sind schon unverständlicherweise ausgesprochen hoch. Teilweise verlangen die Banken dafür zwölf Prozent und mehr. Bis zu 14,75 Prozent müssen Kontoinhaber derzeit als Dispozinsen berappen. Banken würden schon ordentliche Gewinne erwirtschaften können, wenn sie Dispozinsen verlangen würden, die weniger als zehn Prozent betragen. Durchschnittlich werden bundesweit aber mehr als elf Prozent Zinsen für die Kontoüberziehung innerhalb des Dispo-Rahmens verlangt.

Geschäftsbanken können sich Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen, um das Geld wiederum an Kunden weiter zu geben. Hierfür zahlen die Banken schon seit längerem die historisch niedrigen Zinsen in Höhe von 0,5 Prozent. Diese niedrigen Zinsen geben die wenigsten Banken allerdings an die Kunden weiter und nehmen lieber die höheren Gewinne mit.

Vor allem die regionalen Banken wie Sparkassen und Volksbanken langen auf dem Land bei den Zinsen zu. Hier ist die Bindung der Menschen an ihre Bank häufig sehr hoch, so dass es sich die Banken leisten können, bei der Kontoüberziehung zuzulangen.

In der nachfolgenden Tabelle können Sie die Höhe der Dispozinsen der wichtigsten Anbieter vergleichen:

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