Früher, da ging man zur Sparkasse oder zur Volksbank bei sich vor Ort, eröffnete ein Girokonto, finanzierte seine Immobilie bei der Bank und organisierte seine Geldanlagen. Bei der Bank blieb man dann für den Rest seines Lebens. So einfach, so nicht mehr zeitgemäß: Heute können Kunden ihre Geldgeschäfte online organisieren, sind mobil und wollen keine unnötigen Gebühren bezahlen.
Das bringt die Geschäftsbank vor Ort arg in Bedrängnis und viele Banken wissen sich nicht anders zu helfen, als Gebühren für Dienste wie Bargeldabhebungen am Geldautomat zu erheben. Da der Gesetzgeber zuletzt neue Regelungen verabschiedet hat, mit denen ein Anbieterwechsel bei Banken vereinfacht werden kann, werden sich voraussichtlich nun mehr Kunden von ihrer guten alten Bank trennen.
Direktbanken auf dem Vormarsch
Gemäß einer Umfrage steigt die Bereitschaft den Bankdienstleister zu wechseln und die Direktbanken könnten die Gewinner dieses Trends werden. Derzeit werden rund 13 Prozent aller Hauptkonten bei einer Direktbank geführt – ein Anstieg um satte drei Prozentpunkte innerhalb nur eines Jahres. Grundsätzlich können es sich 24 Prozent aller Bankkunden vorstellen, im Laufe des nächsten Jahres den Anbieter ihres Girokontos zu wechseln. Ein Drittel dieser Wechselwilligen plant den Wechsel bereits ganz konkret, während sich zwei Drittel zunächst einmal mit der Option des Wechsels beschäftigen.
Zeit der kostenlosen Dienstleistungen vorbei?
Dieser Trend ist übrigens unabhängig davon zu beobachten, über wie viel Geld ein Kontoinhaber verfügt. In den meisten Fällen werden Kontoinhaber durch zu hohe Kontoführungsgebühren zu einem Wechsel animiert. Die aktuellen Diskussionen um Gebühren für Bargeldabhebungen könnten diesen Trend noch einmal verstärken – auch wenn seitens des Bankenverbandes angegeben wird, dass sich Kunden grundsätzlich damit abfinden müssen, dass die Zeiten der kostenlosen Dienstleistungen bald vorbei sein dürften.